Web-Services
Genauso wie eine Schwalbe noch keinen Sommer, machen Web-Services noch keine Service Orientierte Architektur aus. Web-Service ist eines der am
dürftigsten definierten und verstandenen Schlagworte, das in den
letzten Jahren im IT-Umfeld aufgetaucht ist. Auch in diesem Bereich
werden unzählige Werkzeuge angepriesen und die einschlägige Werbung
verspricht Integrations- und Kommunikationsprobleme zu lösen.
Web-Services korrekt eingesetzt kann einige dieser Probleme lösen.
Nicht zu vergessen sind dabei wieder
- Schnittstellen-Design
- Art der Kommunikation (RPC-Style, Document/Literal)
Zur Umsetzung von geschäfts- und systemübergreifenden Prozessen
eignet sich Web-Service-Technologie sehr wohl. Der Vorteil liegt in der
Standardmässigkeit dank Technologien wie XML, BPEL, WSDL und UDDI und
der Verbreitung, welche auch das entsprechende Angebot an Komponenten
mitbringt.
Aber
aufgepasst: Web-Services sind nicht gleich Web-Services. Das heisst mit anderen
Worten, je nach Platform (z.B. .NET, Java u.a.) werden die
WSDL-definierten Schnittstellen unterschiedlich interpretiert. Eine
WS-Schnittstelle, die in WSDL definiert ist, sollte mit den Empfehlungen und
Werkzeugen von ws-i.org verglichen und geprüft werden, damit Interoperability nicht nur ein leeres Versprechen bleibt.
Web-Services im internen Bereich
für die Kommunikation mit hohem Datenvolumen einzusetzen, empfehlen wir
nicht. Die Performance ist nach wie vor ungenügend und der Aufwand für
die Schnittstelle-Definition ist recht hoch. Web-Services gehören
dorthin, wo es firmenübergreifenden, über das Extranet (z.B. Internet)
geleiteten Datenaustausch zu realisieren gibt.
SOA heisst
nicht Webservices, aber Webservices können in einer SOA verwendet werden. Die
asynchrone Kommunikation (z.B. Document/literal im WS-Jargon) passt zu
SOA, im speziellen dort, wo ohne Benutzer-Interaktion Daten
ausgetauscht werden.
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