Fünf Jahre!
Im Frühjahr 1995 wurde die Object Engineering
gegründet. Fünf Jahre scheinen eine kurze Zeit, wenn man
aber beachtet, was alles in dieser Zeit passiert ist - innerhalb
und ausserhalb des Unternehmens -, kommt man nicht umhin, einfach
zu staunen.
Wäre die Object Engineering ein
Menschenkind (siehe Bild), so wäre sie mit ihren 5 Jahren am
Anfang ihres "Lebens" und stark auf Hilfe von aussen
angewiesen.
Wie aber sieht dies mit einem Unternehmen im IT-Bereich aus? In
diesem Umfeld kommen alle 5 Jahre zwei bis drei neue
Technologietrends zum Durchbruch. In den letzten Jahren waren dies
Java, XML, CORBA und andere. In diesem Sinn gleicht eine solche
Firma nicht einem gut behüteten Kind, sondern vielmehr einem
Jungtier, das in einer Herde mitten in der afrikanischen Steppe
geboren wurde. Kaum auf der Welt muss es mit den anderen Schritt
halten, will es die Risiken des Wetters, der Jäger und der
Wildkatzen überleben.
Die Object Engineering GmbH ist aus der Koch System
Engineering entstanden und hat von dieser Firma das
Projektgeschäft übernommen. Bereits in den ersten
Projekten hat sie sich auf verteilte System-Architekturen unter
der Verwendung des defacto-Standards COBRA® und OMA®
konzentriert. Durch die erfolgreiche Migration von Altsystemen,
welche die ersten Tätigkeiten bestimmten, hat sich die Object
Engineering schnell einen guten Namen gemacht.
Damals mussten Series/1-Computer, die bei der PTT Telecom
(heute Swisscom AG) im Einsatz standen, abgelöst werden und
die bestehenden Software-Komponenten auf neuere Plattformen und
neue Technologien migriert werden. Möglich wurde eine
Migration dieses komplexen, auf mehreren Plattformen verteilten
Systems, durch den konsequenten Einsatz von CORBA®
(Common Object Broker Architecture). Die erste grosse
Software-Migration wurde 1997 nach nur 14-monatiger
Entwicklungszeit in gutem Teamwork mit dem Kunden abgeschlossen.
Der Gewinn des "OMG Object Application Award 1997", den
die Swisscom AG für dieses Projekt erhielt, war ein
krönender Abschluss der ersten Phase.
Bei der zweiten Phase ging es darum, die gekapselte (wrapping)
Midtier-Komponente unter Beibehaltung der CORBA-basierten
Schnittstelle zu erweitern und abzulösen. Diese Phase wurde
im Herbst 1999 dem Betrieb übergeben. Dabei wurde die
Kommunikation nicht nur von der Benutzerstation (PC) zum
Midtier-Server, sondern bis hinauf zum Mainframe auf der Basis
einer CORBA-Middleware bewerkstelligt. Bemerkenswert bei dieser
Arbeit war, dass die Antwortzeiten für den Endbenutzer um 2-3
Sekunden gesenkt und die Wartbarkeit wesentlich erhöht werden
konnte. Zwei schlecht wartbare Altkomponenten (SNA-Strecke und in
Assembler geschriebene Software) konnten völlig ersetzt
werden.
Neben diesem für uns im Mittelpunkt stehenden Projekt
haben wir zusätzlich weitere Applikations-Wrapper und
generell einsetzbare Komponenten auf der Basis von
CORBA-Middleware auf der Serverseite implementiert.
Kürzlich kam ein Projekt der ESA (European Space Agency)
dazu, welches für ein schweizerisches
Weltraum-Solarexperiment entwickelt wird
Im E-Commerce Bereich haben wir im letzten Jahr mitgeholfen ein
Projekt der Swisscom AG Mobile zu realisieren. Mit NatelGo®
wird die Bestellung von Tageskarten im Skigebiet Laax-Valera via
Natel SMS möglich. Dabei wurden von uns mehrere
CORBA-basierte Server in C++ und Java entwickelt, welche über
IIOP (Internet Inter Object Broker Protocol) über das
Internet kommunizieren.
Alle unsere Entwicklungen werden mit CASE-Tools (CASE =
Computer Aided Software Engineering) entworfen, dokumentiert und
auch weiterentwickelt. Die objektorientierte Technologie stand
seit Beginn als Basis fest, wobei wir uns nicht auf die Methodik
versteifen, sondern diese so einsetzen, dass Resultate erzeugt
werden können. Als Werkzeug stehen bei uns C++, Java,
CORBA-Middleware und natürlich UNIX (und damit auch Linux)
als Plattform im Zentrum.
Wie sieht die Zukunft der Object Engineering GmbH aus?
Die Zukunft sehen wir in der Weiterführung
kundenspezifisch entwickelter Lösungen für verteilte
Systeme und Anwendungen im Bereich "Engineering". Die
Beratung für Architektur und Design von solchen Systemen
bildet weiterhin den Einstieg für unsere Kunden in solche
Projekte. In unserem Bereich "Standard-Komponenten"
werden Applikationskomponenten und Werkzeuge für verteilte
Systeme (z.b. Diagnostik Tool in der letzten Info Bridge
Nr. 1 vorgestellt) auf der Basis von CORBA und EJB (Enterprise
Java Beans) entwickelt und als Halbfabrikate in Projekten
eingesetzt.
Jede Firma hat ihre eigene Dynamik, die sowohl von demjenigen,
der sie leitet, wie auch der Gruppe tagtäglich von neuem
erschaffen wird. Die Initiative jedes Einzelnen, das
eingeölte Zusammenarbeiten und das Erreichen der Ziele - die
Resultate - machen diese Dynamik aus. Und das ist bei der Object
Engineering nicht anders. Nicht die Share Holder Value steht im
Zentrum, sondern die Philosophie, dass Know-how weitergegeben
werden muss, wenn im Software-Engineering eine gute Zusammenarbeit
mit den Kunden und allen beteiligten Personen stattfinden soll.
Dazu gehört es, die Nase vorn zu halten und zu wissen, in
welche Richtung die Entwicklung der Informatik-Technologie geht.
Sich stets weiterzubilden und an den Weiterentwicklungen
interessiert zu sein, ist für uns von grösstem
Stellenwert. In diesem Sinne bilden wir seit zwei Jahren unseren
ersten Informatikerlehrling aus.
Die oben erwähnten Grundgedanken wollen wir beibehalten
und in unseren Tätigkeiten und Projekten weiterverfolgen.
Alte Werte erhalten und mit neuen verbinden
Die Object Engineering wird auch weiterhin die
"alten" Werte hochhalten, d.h. einerseits auf der
technischen Basis erfolgreiche und erhaltenswerte Software
erhalten (und nicht ersetzten) und sie durch Migration für
die "Neuwelt" zugänglich und verfügbar machen.
Dabei dürfen neue Technologien natürlich nicht ausser
acht gelassen werden. CORBA, XML und die ganze JAVA-Ära
bringen ganz neue Möglichkeiten mit defacto-Standards
Lösungen zu erstellen, welche bisher proprietär
gelöst wurden. Nicht zu verschweigen Linux, welches die nun
bereits 30 Jahre "alte" UNIX-Domäne
weiterführt und eine Plattformbasis bietet, welche in Sachen
Robustheit und Verfügbarkeit den Plattformen von Rang und
Namen eine Nasenlänge voraus ist. Auch hier handelt es sich
um althergebrachte, einfache, aber systematische Konzepte und
Technologie, die dem Software-Engineer und Enterprise-Architekten
das Leben erleichtern können.
Ihre Meinung und Kritik interessiert uns und wir würden
und über ein Echo auf unsere Info Bridge freuen. Wir
wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.